News zur aktuelle Gaspreisentwicklung 2021 und Trend bei den Gaspreisen für 2022

Turbulente Gaspreisentwicklung 2020

Gaspreise stiegen zur Jahreswende 2020 und sanken merklich im Sommer

Bei den Gaspreisen 2020 zeichnete sich Anfang des Jahres ein deutlicher Anstieg ab. 72 Grundversorger erhöhten die Gaspreise um durchschnittlich 6,1%. Die Preiserhöhungen betrafen etwa 870.000 Haushalte.

Grund für steigende Gaspreise 2020 waren höhere Netzentgelte. Sie zogen im bundesweiten Durchschnitt um rund 3% an, jedoch im Norden Deutschlands besonders stark. Gaskunden in Hamburg zahlten in diesem Jahr 12% mehr für den Transport Ihres Erdgases. In Schleswig-Holstein betrug der Anstieg 9% und in Mecklenburg-Vorpommern 8% [weitere Gaspreiserhöhungen siehe Tabelle Netzentgelte].

Die Gaspreise gingen Mitte 2020 aufgrund der Corona-Pandemie deutlich zurück [- 5,8%] und auch der seit Juli geltende niedrigere Mehrwertsteuersatz von 16% [laut Konjunkturpaket] trugt zu den günstigen Gastarifen bei. Die Gaspreise erreichten im August ein 10-Jahres-Tief.

Warum steigen die Gaspreise 2019?

Im bundesdeutschen Durchschnitt sind die Gaspreise in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken. Zahlten private Gaskunden im Jahr 2012 noch 6,77 Cent für die Kilowattstunde Gas, waren es 2018 nur noch 5,81 Cent. Damit verringerten sich die Gaskosten einer Familie im Eigenheim [Gasverbrauch 20.000 kWh|Jahr] um knapp 190€. Doch seit Mitte 2018 ziehen die Gaspreise wieder an. Deutsche Gaskunden müssen im Vergleich zum Vorjahr 6,1% mehr für ihr Erdgas ausgeben, was Mehrkosten von 76€ auf der Gasrechnung bedeutet. Grund sind vor allem die höheren Beschaffungskosten, denn die Börsenpreise für Erdgas haben zwischen 09|2016 und 09|2018 knapp 40% zugelegt [Statistisches Bundesamt]. Aufgrund langfristiger Lieferverträge werden die gestiegenen Beschaffungspreise meist erst zeitversetzt an die Kunden weitergeben.

Im bundesdeutschen Schnitt ist der Anteil am Gaspreis für Beschaffung und Vertrieb um 10% gestiegen, während die Kosten für die Netznutzung nur leicht zunahmen [+1%]. Steuern und Abgaben sind um 5% gestiegen.

In den letzten 10 Jahren ist der Gaspreis von 6,37 Cent auf heute 6,19 Cent gefallen. Er hatte seinen Höchstwert 2012 mit 6,77 Cent pro Kilowattstunde erreicht.

Preisentwicklung für Gaskunden 2019

  • Erhöhung der Kosten für Beschaffung und Vertrieb um 10% auf 3,07 ct/kWh
  • Erhöhung der Netzentgelte um 1% auf 1,55 ct/kWh
  • Erhöhung der Steuern und Abgaben um 5% auf 1,57 ct/kWh

Wie setzt sich der Gaspreis zusammen?

Die Hälfte bekommt der Gasversorger für Beschaffung und Vertrieb. Dieser Anteil enthält ebenfalls seine Marge. Ein Viertel entfällt auf die Netzgebühren, Messung aund Abrechnung. Ein weiteres Viertel des Gaspreises machen Steuern [Gassteuer und Umsatzsteuer] und die Konzessionsabgabe aus.

  • 50% Beschaffung und Vertrieb
  • 25% Netzentgelte, Messung, Abrechnung
  • 25% Steuern und Abgaben

Gaspreise 2020: Anstieg der Netzengelte

Gaspreise 2020 Netzentgelte
Quelle: Check24

 

Gaspreis Entwicklung 2008 bis 2019

Chart Gaspreisentwicklung 2019

Gaspreis zusammensetzung 2019

Chart: Zusammensetzung Gaspreis 2019

Bei einer Preiserhöhung haben Gaskunden ein Sonderkündigungsrecht. Verbraucherschützer raten dazu, einen neuen Tarif mit möglichst langer Laufzeit und voller Preisgarantie zu wählen. In allen Netzgebieten können Haushaltskunden Ihr Erdgas von mindestens 20 Lieferanten beziehen. Die überwiegende Mehrzahl [80%] aller Gaskunden kann zwischen mehr als 50 Lieferanten wählen.

Zur Liste der Gaspreiserhöhungen 2019

3.600 30 m²
4.800 50 m²
8.800 75 m²
11.500 100 m²
16.000 150 m²
18.000 200 m²
32.000 250 m²
Eigener Verbrauch
kWh
Gaspreisentwicklung

Die letzten Gaspreissenkungen 2018

In Deutschland heizen etwa 20 Millionen Haushalte mit Gas und verbrauchen im Jahr 140 Kilowattstunden Gas pro Quadratmeter Wohnfläche. Eigentlich sollten sich die fast Eintausend deutschen Gasanbieter also um jeden Kunden bemühen. Ein Großteil der Versorger hielt die Gaspreise zum Jahreswechsel 2018 stabil, doch zukünftige Preissenkungen werden nicht erwartet, denn der Beschaffungspreis für Gas steigt bereits wieder stetig. Dieser Trend bei der Gaspreisentwicklung wird sich bis Ende des Jahres auf viele Gasverträge auswirken. [Gaspreise vergleichen]

2017 hat jeder vierte Gasversorger die Preise um etwa 6% gesenkt, allerdings war das weit weniger als von Marktexperten erwartet wurde. Von den Gaspreissenkungen der letzten Jahre profitierte nur ein Drittel der Haushalte in Deutschland [7 Mio.]. Sie wurden im Schnitt um etwa 90 € oder 6,3 % jährlich entlastet.

Zum 01. Januar 2018 haben 67 Gasanbieter die Anpassung Ihrer Preise angekündigt. Darunter 21 Anbieter, die ihre Preise um durchschnittlich 5% erhöhen. Für einen 3-Personen-Haushalt liegen die Zusatzkosten bei 68 € im Jahr. Betroffen sind 1,9 Millionen deutsche Haushalte.

Erfreulich ist, dass 46 Versorger die Preise um durchschnittlich 5,1% senken. Hiervon profitieren etwa 1,3 Millionen Haushalte mit einer durchschnittlichen Ersparnis von 67 € jährlich.

Energie-Experten bemängeln, dass der jahrelange Sinkflug der Gaspreise im Großhandel nie flächendeckend bei den Verbrauchern angekommen ist. Dafür lassen sich bei einem Gasanbieterwechsel laut Preisbarometer mindestens ein Drittel der Kosten sparen. Immerhin ist die Grundversorgung trotz der Preissenkungen noch immer 56 % teurer als Tarife alternativer Anbieter. Clevere Verbraucher wechseln regelmäßig den Anbieter, suchen sich einen günstigeren aus und nehmen das Begrüßungsgeld mit.

Gaspreisentwicklung 2018: Netzentgelte

Gaspreise Entwicklung Netzentgelte 2018

Beim Erdgas sinken die Netzentgelte 2018 voraussichtlich leicht.  Ab 01.01.2018 sinkt dieser Betrag im bundesweiten Durchschnitt [bei einem Verbrauch von 20.000 kWh] um etwa 1% Da die Netznutzungsentgelte regional sehr unterschiedlich sind, lohnt hier eine genaue Betrachtung. Im der Bundesländervergleich ist der Rückgang in Hamburg [-13%] und Schleswig-Holstein [-8%] am größten. Mehr müssen die Gaskunden aus MecklenburgVorpommern [+7%] und BadenWürttemberg [+4%] zahlen.

Rückblick

Gaspreisentwicklung in Deutschland 2000 – 2018

Seit der Liberalisierung des Gasmarktes können Kunden ihren Versorger frei wählen und seit 2010 sind die Gaspreise auch nicht mehr an den Ölpreis gekoppelt, was Spielraum für mehr Wettbewerb gibt. Seit 2012 sind die Gaspreise für Haushaltskunden kontinuierlich gesunken. Nur fielen die Preissenkungen sehr viel geringer aus, als das von Marktexperten und Verbraucherschützern erwartet wurde. Die spürbare Entlastung blieb aus und die Gaspreise für 2018 lagen nur um 1,53 Cent unter dem kWh-Preis von 2009.

Einkaufs- und Verbraucherpreise

Die Einkaufspreise für Gas am Großmarkt sind in den vergangenen Jahren stark gesunken und deutsche Energieversorger kauften ihr Erdgas zu Dumpingpreisen ein, doch bei den Kunden kam die Einsparung kaum an. Das Hamburger Forschungsbüro Energycomment hat im Auftrag der Grünen-Fraktion nachgerechnet und weiß: Deutsche Gaskunden haben 2015 etwa 10% zu viel für ihr Gas gezahlt. Ein durchschnittlicher Haushalt mit 20.000 Kilowattstunden Verbrauch zahlte dementsprechend fast 132 € zu viel. Zusammengerechnet kassierten die Gasversorger im Jahr zusätzliche Gewinne in Höhe von 1,3 Milliarden €, was die Bruttomargen stark steigen ließ. Bereits 2014 warteten die Verbraucher laut Energycomment vergeblich darauf, dass die Versorger ihre Einsparungen weitergeben – immerhin 8 % im Jahresmittel 2014. Die der FAZ vorliegende Studie beziffert den von der Gasindustrie erwirtschafteten Zusatzertrag mit mehr als 1,5 Milliarden Euro. Wie der Autor der Studie, Steffen Bukold, schreibt, seien die Gaspreise im Sommer 2014 im europäischen Großhandel nach zwei stabilen Jahren eingebrochen. Kostete die Kilowattstunde Gas im Großhandel 2013 noch 2,71 Cent, sei der Preis im ersten Halbjahr 2014 auf 2,29 Cent und dann weiter auf 2,14 Cent abgerutscht.

Gaspreise im Keller – Kunden profitieren nicht

Auch 2016 warteten die Kunden weiter auf sinkende Gaspreise. Das Einbrechen der Importpreise hätte zu einem Verbraucher-Endpreis von 5,72 Cent je Kilowattstunde führen müssen, so die Studie. Statt dessen zahlen die Kunden Gaspreise um circa 6,38 Cent. Besonders stark werden die Kunden in den alten Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein ausgenommen. Einzig in Berlin sanken die Verbraucherpreise stärker als die Importpreise für Gas.

gaspreis entwicklung

Chart: Statistik Entwicklung Gaspreis kWh 2009 – 2019

Was ist der Gaspreisindex?

Der Gaspreisindex des Statistischen Bundesamtes zeigt, dass der durchschnittliche Gaspreis von 2000 bis 2010 um 61 Prozent gestiegen ist und bis 2015 sogar eine Steigerung von fast 80 Prozent erreicht. Der Index für den Gaspreis wird bundesweit ermittelt unter Berücksichtigung des jeweiligen Grundversorgungstarifs, des günstigsten Alternativtarifs des Grundversorgers und die zehn günstigsten Gastarife anderer Anbieter. Berechnet werden die jährlichen Gaskosten eines Vier-Personen-Haushaltes mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden. Eine online Übersicht finden Sie hier.

Günstige Gastarife im Gaspreisvergleich
3.600 30 m²
4.800 50 m²
8.800 75 m²
11.500 100 m²
16.000 150 m²
18.000 200 m²
32.000 250 m²
Eigener Verbrauch
kWh

40 % Kostenunterschiede bei Gaspreisen

Die Importpreise für Erdgas sind in den vergangenen 2 Jahren um fast 28 % gesunken, die Gaspreise für Haushaltskunden im selben Zeitraum nur um durchschnittlich 2,9 %. Die Preisspanne der Anbieter wird immer größer und das freut den cleveren Verbraucher, denn zwischen dem Grundversorgungstarif und dem günstigstem Angebot liegen in den 100 größten Städten Deutschlands mehr als 40%. Das zeigt eine Auswertung des Vergleichsportals TopTarif.