2019-11-17

Heizen oder Essen? Reale Folgen steigender Energiepreise

heizkosten sparenHeizen ist für viele Europäer zu teuer geworden. In Großbritannien beispielsweise sind den letzten 10 Jahren die Energiepreise um 150 % gestiegen. Das stellt drei Millionen Briten bereits jetzt vor die Wahl: Lebensmittel kaufen oder Heizung anmachen? Im Winter 2012 gab es im Vereinigten Königreich mehr als 30.000 Kälte-Tote, die sich die hohen Strom- und Gaspreise nicht mehr leisten konnten.

Heizkosten wachsen den Deutschen über den Kopf

Auch in Deutschland droht immer mehr Haushalten die Heizarmut, denn die durchschnittlichen Preise für Heizöl und Erdgas haben sich in den letzten 10 Jahren beinahe verdoppelt.

Heizkosten DeutschlandImmer weniger Deutsche haben genug Geld, um die Wohnung zu heizen und verzichten deshalb trotz sinkender Temperaturen darauf, die Heizkörper aufzudrehen. Laut einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Innofact machen 93 % der Deutschen Abstriche beim Heizen, in der Hoffnung dadurch die wachsenden Nebenkosten möglichst niedrig halten zu können.

Für viele Menschen ist eine warme Wohnung zum Luxusgut geworden. Jeder zweite Deutsche heizt nur, wenn er sich zuhause aufhält oder zieht lieber wärmere Sachen an, als die Heizung voll aufzudrehen. Oft werden Räume wie Flur, Schlafzimmer und Küche gar nicht beheizt.

Der Vorstand der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Klaus Müller, schätzt: „Zehn bis 15 Prozent der Bevölkerung kämpfen damit, die stetig steigenden Energiekosten zu finanzieren.“ Dabei seien Geringverdiener und Rentner am stärksten betroffen.

Wenn das Geld zum Heizen nicht mehr reicht

Ob der kommende Winter nun eisig wird oder nicht, die Heizkosten werden in vielen Teilen Deutschlands wieder steigen. Die Formel für eine warme Wohnung heißt: Heizen mit Köpfchen, denn falsches Heizen kostet nur unnötig viel Geld. Unsere 5 wichtigsten Tipps zeigen, wie Sie schon mit wenig Aufwand viel Heizgeld sparen können.

Raumtemperatur senken: jedes Grad spart 6 %

Drehen Sie die Heizung ein wenig herunter, denn jedes Grad Celsius (°C) mehr kostet Sie 6 % mehr Heizenergie.  Mehr zu den Raumtemperaturen

Heizung entlüften: 2 – 3% weniger Kosten

Wenn Heizkörper gluckern und nicht richtig warm werden, enthalten sie Luft. Mit einem Entlüftungsschlüssel aus dem Baumarkt können Sie das Ventil am Heizkörper öffnen und die Luft entweichen lassen.

Heizkörper nicht zustellen: 3 – 5 % weniger Kosten

Möbel oder Gardinen vor der Heizung kosten Sie bis zu 5 % mehr Heizenergie, denn die Wärme kann sich nicht im Raum verteilen.

Regelmäßig Stoßlüften: 10 % weniger Kosten

Richtiges Stoßlüften bei abgeschalteter Heizung ist effektiver als die Fenster immer angekippt zu lassen. Lüften Sie 2-3 mal am Tag für etwa 5 Minuten und drehen Sie den Thermostat dabei aus.

Heizung richtig einstellen: 10 % weniger Kosten

Wenn Sie morgens oder beim Nachhausekommen nicht frieren wollen, können Sie mit programmierbaren Thermostaten an den Heizkörpern gemäß ihren Tagesgewohnheiten genau festlegen, wann welcher Heizkörper hoch- oder runterregelt.

Wäremverlust reduzieren

Wenn Sie hinter der Heizung beispielsweise Dämmplatten aus beschichtetem Styropor anbringen, können Sie den Wärmeverlust über die Außenwand um 30 % reduzieren.  Mehr zu Wärmeverlust reduzieren 

Linda Marie Holm
Hallo Herr Drewer, schön, dass Sie sich für unseren Artikel interessieren. Gerne beantworte ich Ihre Frage zur Energieeinsparung. Ich gehe davon aus, dass Sie Ihr Energie-Einsparpotenzial bereits voll ausschöpfen. Aber stellen Sie sich bitte folgende Situation vor: 1. Sie erhöhen die Temperatur in allen Räumen um 4°C 2. Die Heizung ist den ganzen Tag so aufgedreht, auch wenn Sie nicht zu Hause sind 3. Ein paar Fenster stehen auf "Kipp" 4. Ihre Heizungkörper sind voller Luft 5. Vor Ihren Heizkörpern stehen Möbel oder hängen Gardinen Das ist in vielen Haushalten leider noch immer normal und kostet etwa 50% mehr Heizenergie. Durch zusätzliche Dämmung kann man den Wärmeverlust in einer bestimmten Region bis zu 30% reduzieren, je nach Dicke der Außenwand oder Größe der Fenster. Mit der Dämmung einer Niesche lassen sich nicht die gesamten Heizkosten um 30% senken. Dafür muss man eine Dämmung aller Außenwände in Betracht ziehen. Alles Gute Linda Marie Holm
Arnold Drewer
also: wenn ich die Raumtemperatur um 4° herunterdrehe (24%), die Heizung entlüfte (3%), die Heizkörper nicht zustelle (5%), regelmäßig stoßlüfte (10%), die Heizung richtig einstelle (10%) und die Heizkörpernischen dämme (30%) - dann kann ich 82% Heizenergie einsparen? Das glaubt Ihr doch wohl selber nicht!